Nach Belém im Bundesstaat Pará

Ein Motorradfahrer stoppt kurz für ein Foto

Ein Motorradfahrer stoppt kurz für ein Foto

Was für ein Tag! Die ersten 40 Kilometer nach Barra do Itariri laufen trotz des ständigen Auf und Ab gut, bis ich dann nach einer Abbiegung auf einem tiefen Sandweg lande, der für mich nur zeitweise befahrbar ist, sodass nun schwere Schiebekilometer folgen.

Noch befahrbarer Sandweg

Noch befahrbarer Sandweg

In Barra frage ich in einem kleinen Straßencafé nach einer Unterkunft. Der Inhaber ist Eigentümer eines Hauses in den Dünen, wo ich übernachten kann. Mit seinem Motorrad vorausfahrend bringt er mich dorthin, und der Sand wird immer tiefer!

Kein Radfahren mehr möglich

Kein Radfahren mehr möglich

Dort angekommen finde ich zwei Häuser vor, ein Schlafhaus und ein Wohnhaus mit Küche. Der Blick auf den Ozean ist traumhaft, und keine Menschenseele ist hier.

"Mein einsames Haus" in den Dünen

„Mein einsames Haus“ in den Dünen

Ich dusche und fahre beziehungsweise schiebe zurück in den Ort zum Essen; es gibt ein leckeres Reis-Fleischgericht und Salat.
Mittlerweile ist es stockdunkel, und ich finde den Weg zurück zum Haus in den Dünen nur deshalb, weil ich mir markante Stellen gemerkt oder auch einige mit kleinen Stofffetzen markiert und meine Stirnlampe eingeschaltet habe – das kommt einem Abenteuer schon ziemlich nah!

Am nächsten Morgen fahre ich denselben Weg zurück in den Ort.

Mein Stofffetzen am Zaunpfosten markiert den Weg

Mein Stofffetzen am Zaunpfosten markiert den Weg

Nach zehn Kilometern brechen mir gleich zwei Speichen. Eine der Speichen schiebt sich unter den Chainglider und verursacht ein Abspringen der Kette.

Gebrochene Speiche

Gebrochene Speiche

Weitere Speichenbrüche müssen nicht sein, denn die Ersatzteile gehen mir langsam aus.

Itanhi

Itanhi

Waschtag

Waschtag

Die Wäsche wird hier im Fluss stehend gewaschen; warm genug ist es ja.

Ankommen und Bier in Hängematte

Ankommen und Bier in Hängematte

Kurz vor Aracaju fahre ich zum hiesigen Flughafen. Da aber das Fahrrad für einen Flug nach Belém in einen Karton gepackt werden müsste, den ich hier nicht bekomme, mache ich mich auf den Weg in die Stadt zum Busterminal.

Mittags am nächsten Tag steige ich in den Fernbus. Mein Sitzplatz an der Toilette ist heiß und stickig, und je länger wir fahren, desto unerträglicher wird der Gestank!
Mit nur wenigen kurzen Zwischenstopps erreichen wir nach 43 Stunden und 2045 Kilometern endlich Belém.

Belém

Belém

Belém, die Hauptstadt des riesigen Bundesstaates Pará, liegt an der Mündung des Rio Guamá in den Rio Pará und die Bucht von Marajó. Die Stadt zählt inzwischen etwa zwei Millionen Einwohner und ist das Eingangstor zum Amazonasgebiet.

Theatro da Paz

Theatro da Paz

Das Theatro da Paz wurde 1878 zur Zeit des Kautschukbooms, aus der viele der historischen Gebäude der Stadt stammen, erbaut. 2001 renovierte man das Theater, und nun ist es wieder in Betrieb.

Prachtvolles historisches Gebäude

Prachtvolles historisches Gebäude

Mangobäume

Mangobäume

Mangobäume gesäumte Straßen der Innenstadt sorgen für Beléms Beinamen „cidade das mangueiras“ – Stadt der Mangobäume.
Ich beobachte Leute, die sich nach heruntergefallenen Früchten bücken, sie in den Händen drehend begutachten und wenn sie nicht matschig sind, diese mitnehmen.

 

Straßenstände

Straßenstände

Fotogener Gaukler

Fotogener Gaukler

Kirche von 1640 in schlechtem Zustand

Kirche von 1640 in schlechtem Zustand

Der touristische Reiz von Belém hält sich in Grenzen, doch ist die trubelige Altstadt am Hafen interessant.

Am Fischereihafen

Am Fischereihafen

Das ist hier verboten ;-)

Das ist hier verboten 😉

Häuser am Fisch- und Gemüsemarkt

Häuser am Fisch- und Gemüsemarkt

Ein Besuch des Ver-o-Peso  („Schau auf das Gewicht“) , Fisch- und Gemüsemarkt, lohnt sich vor allem frühmorgens, wenn die Boote entladen werden. Auf dem Fischmarkt ist die Vielfalt amazonischer Fischarten zu bewundern, an anderer Stelle sind Kräuterstände mit Naturheilmitteln, denen zum Teil magische Eigenschaften zugeschrieben werden.

Gusseiserne Halle des Ver-o-Peso

Gusseiserne Halle des Ver-o-Peso

Die gusseiserne, einst in England vorgefertigte Halle des Ver-O-Peso-Marktes wurde 1901 erbaut.

Fischhändler in der Markthalle mit einem kapitalen Wels in den Händen

Fischhändler in der Markthalle mit einem kapitalen Wels in den Händen

Schwarzkopfgeier dürfen bei den vielen Abfällen natürlich nicht fehlen

Schwarzkopfgeier dürfen bei den vielen Abfällen natürlich nicht fehlen

Forte do Castelo de Belém

Forte do Castelo de Belém

Eines der Gründungswahrzeichen der Stadt ist das Fort von 1615, welches Belém vor der Invasion schützen sollte. Man hat von hier einen schönen Blick auf den Rio Guamá und den Ver-o-Peso-Markt.

Fischmarkthalle vor Beléms Skyline

Fischmarkthalle vor Beléms Skyline

Catedral da Sé von 1748

Catedral da Sé von 1748

In der Catedral da Sé

In der Catedral da Sé

Leerstehende Gebäude - ein nicht ganz untypisches Bild einer Straße in Belém

Leerstehende Gebäude – ein nicht ganz untypisches Bild einer Straße in Belém

5 Gedanken zu „Nach Belém im Bundesstaat Pará

  1. Adolf Timmermann

    Hallo, Fank, danke für deinen Bericht aus Belem (Para). Deine Abenteuer nehmen kein Ende: Stofffetzen als Wegweiser, tiefer lockerer Sand als Fahrradweg, gebrochene Speichen, die die Kette fleigen lassen, Busfahrt mit Düften, da wird es ja nie langweilig. Baron Münchhausen würde vor Neid erblassen. Aber zum Glück wendet sich ja auch bei dir alles zum Guten. Wenn man dich so liegen sieht in der Hängematte mit Bierchen oder im Häuschen mit bezaubernden Blick auf den Ozean, danach leckerer exotischer Speisengenuss, … was wünscht sich der Mensch noch mehr???.
    Hier in Celle geht alles seinen gewohnt behäbigen Gang: Weihnachtsmarkt und – märkte, Weihnachtsstimmung, Weihnachtsmusik, Glühwein Dominiosteine … aber kein Schnee, dafür frühlingshafte Temperaturen, blauer Himmel, Sonnenschein, leichte Kleidung, man gewöhnt sich an den Klimawandel. Warum Eiseskälte und Schneeschauer und Schneeschieben und Steckenbleiben.???Geht doch auch so. Heute abend ist Seniorentreff im Ristorante Piano in Scheuen. So genießen wir auch einen kleinen und zarten Hauch vo Exotic. Sicherlich wirst auch du einen Teil der Unterhaltung bilden. „Wie geht es eigentlich unserem Frank, dem Weltreisenden?“ Gestern haben wir einen Gang an dem Rio Aller gemacht und das Mündungsgebiet des Lachtedeltas betrachtet. Ist doch auch etwas, nicht wahr.? Zurzeit waren da keine Schwarzhalsgeier aber ein paar Enten gab es zu sehen. Die gibt es auch nicht überall, So hat unser beschauliches Celle doch auch etwas zu bieten.
    Nun, Frank, wünschen wir dir weiterhin eine frohe und gesunde Reise und freuen uns auf deinen nächsten Report.
    Es grüßt der Clan vom Distelcamp in der Wietzenbronx, Leni und Adolf

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  2. Klaus

    Hallo Frank, ich habe deinen Bericht über Belem mit Interresse verfolgt. Du kommst ja jetzt in das Gebiet des Amazonas, wo das fahren mit dem Fahrrad nicht immer möglich ist. Oder du must sehr große Umwege machen. Ich bin ja mal gespannt wie die Fahrt weitergeht. Ich vermute mal, das deine Fahrt über Manaus führt, warscheinlich mit einem Boot dem Amazonas hinauf. Aber ich lasse mich überraschen welchen Weg du tatsächlich nimmst. Ich freue mich schon auf deinen nächsten Bericht. Hier bei uns ist ja jetzt die dunkle Jahreszeit und an manchen Tagen hat man das Gefühl das es garnicht hell werden will. Es ist ja die Zeit zum Kekse backen und Kerzenlicht. Naja auch für Glühwein und Weihnachtsmärkte, Süßigkeiten und reichlichem Essen. Der Weihnachtsfeiern und Geburtstage. Also, ich wünsche dir bis „dahin“ eine erfreuliche und interressante Weiterfahrt.
    Klaus aus Kleinenbremen

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    1. Harry

      Hallo Frank, ganz viele liebe Geburtstagswünsche senden wir dir von Ashausen nach Brasilien. Es ist nun schon dein 3. Geburtstag in der Frank on Tour Zeit, wieviele werden es noch? Wir wünschen dir aaaaaaalleeees Guuuuuuteeee, lass es dir gut gehen, viel Glück, Spaß, Gesundheit und Weltfrieden. Bleib so wie du bist. Bärbel, Harry und der Rest

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  3. Bianca

    Halloooooo Frank,
    du bist da, wo ich auch schon mal war und mein stiller „Neid“ ist dir sicher….und Geburtstag ist auch noch… Congratulations…bämbäm…bämbäm…schöne Tage….
    und liebe Grüße
    aus der weihnachtsgeschwängerten Heimat

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