Venezuela (1) – Parque Nacional Canaima

Bus nach Boa Vista

Bus nach Boa Vista

Von Manaus fahre ich mit dem Bus nach Boa Vista, Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Roraima. Das Fahrrad steht gut verstaut unten im Bus.

Unkomplizierter Fahrradtransport

Unkomplizierter Fahrradtransport

Wir nutzen die BR 174 von Manaus nach Ciudad Guayana in Venezuela,  die einzige Straßenverbindung Brasiliens mit seinen nördlichen Nachbarländern. Von Boa Vista bis zur venezolanischen Grenze sind es weitere 220 Kilometer. Aber ich habe Glück, denn eine halbe Stunde später fährt ein Anschlussbus weiter Richtung Norden, und den nehme ich.

An der brasilianisch-venezolanischen Grenze

An der brasilianisch-venezolanischen Grenze

Vor Grenzübertritt tausche ich bei einem Geldwechsler meine restlichen brasilianischen Real in venezolanische Bolívar um, und er händigt mir das viele Geld gebündelt und in einer Plastiktüte verpackt aus. Die auf dem Schwarzmarkt gehandelte Währung Venezuelas kollabiert; ich erhalte die mehr als hundertfache Menge, die eine Bank mir geben würde. Das sprengt jedes Portemonnaie, und so stopfe ich das Geld in eine der Packtaschen.

Venezolanische Bolívar

Venezolanische Bolívar

Angekommen in Santa Elena de Uairén

Angekommen in Santa Elena de Uairén

Zwischen dem Orinoco- und dem Amazonasbecken erstreckt sich ein ausgedehntes Hochland von etwa 20.000 Quadratkilometern, die Gran Sabana. Es erreicht im Norden eine durchschnittliche Höhe von 1400 Meter und im Süden 760 Meter. Unsere Tour führt durch die immensen Graslandschaften des Hochlandes entlang der legendären Tafelberge zu wunderbaren Wasserfällen.

Mit einer kleinen Gruppe fahre ich am nächsten Morgen in einem Geländewagen in den Nationalpark Canaima.

Tafelberg Chirikayen, der auch als "Liegender Indianer" bezeichnet wird, im Hintergrund

Tafelberg Chirikayen, der auch als „Liegender Indianer“ bezeichnet wird, im Hintergrund

Unendliche Graslandschaft

Unendliche Graslandschaft

Fälle nahe Mapauri

Fälle nahe Mapauri

Noch reizt mich ein vormittägliches Bad am Wasserfall nicht

Noch reizt mich ein vormittägliches Bad am Wasserfall nicht

Beim Besuch der Quebrada de Jaspe erleben wir ein beeindruckendes Naturschauspiel: der Wasserfall ergießt sich in ein imposantes Flussbett, das aus rot glänzenden vulkanischen Halbedelsteinen – Jaspis – besteht.

Quebrada de Jaspe

Quebrada de Jaspe

Ein unglaubliches Fleckchen Erde

Ein unglaubliches Fleckchen Erde

Barfuß laufen wir durch dieses Flussbett aus Jaspis

Barfuß laufen wir durch dieses Flussbett aus Jaspis

Im Hintergrund Wasserfall und Tafelberge

Im Hintergrund Wasserfall und Tafelberge

Roraima-Tepui

Roraima-Tepui

Der etwa 160 Millionen Jahre alte Tafelberg Roraima ist 2810 Meter hoch und in seiner weitesten Ausdehnung 15 Kilometer lang. Er liegt am Dreiländereck zwischen Guyana, Venezuela und Brasilien.
Die bis 600 Meter hohen Steilwände, die eine natürliche Barriere bilden, ermöglichen die Entwicklung von Tier- und Pflanzenarten, die sich an keinem anderen Ort der Welt finden lassen: annähernd 80 Prozent der Flora und Fauna sind auf diesem nur 10° Celsius erreichenden Areal endemisch.

Diesmal nutze ich den Zwischenstopp am Wasser für ein erfrischendes Bad

Diesmal nutze ich den Zwischenstopp am Wasser für ein erfrischendes Bad

Hier wurde Jurassic Park gedreht

Hier wurde Jurassic Park gedreht

Fantastische Landschaft im Abendlicht

Fantastische Landschaft im Abendlicht

Ich verbringe eine weitere Nacht in Santa Elena de Uairén und traue am nächsten Morgen meinen Augen kaum: Da übernachten Leute in derselben Unterkunft, die ich kenne!

Sepp & Jörg in Santa Elena

Sepp & Jörg in Santa Elena

Unsere Wege trennen sich sogleich wieder, denn ich werde mit dem Nachtbus nach Ciudad Bolívar fahren. Diesmal ist wieder das Vorderrad auszubauen, und zu allem Übel sitzt neben mir ein Vater mit seinem Schreikind.
Gerädert komme ich an und gönne mir den Tag.

Ciudad Bolívar ist eine 250 Jahre junge Stadt und nach dem Freiheitskämpfer Simón Bolívar benannt. Ihr historisches Zentrum ist sehr gut erhalten, mit kolonialzeitlichen Gebäuden und einer Kathedrale am Plaza Bolívar.

 Kathedrale am Plaza Bolívar

Kathedrale am Plaza Bolívar

Rathaus

Rathaus

Steile Straßen

Steile Straßen

Eingang zu meiner Poussada

Eingang zu meiner Poussada

Am folgenden Tag geht es mit einer Cessna südlich in den Canaima National Park.

Cessna mit sechs Plätzen

Cessna mit sechs Plätzen

Blick auf Ciudad Bolívar

Blick auf Ciudad Bolívar

Nathalie steuert die Cessna für eine Weile

Nathalie steuert die Cessna für eine Weile

Dieser Nationalpark ist eine von Flüssen, Seen, Wasserfällen und Tafelbergen bestimmte Landschaft. Hier gibt es eine herrliche Lagune mit ihrer einzigartigen Tepui-Kulisse, in die sich die drei Wasserfälle Golondrina, Hacha und Ucaima ergießen.

Saltos Ucaima im Hintergrund

Saltos Ucaima im Hintergrund

Saltos Golondrina

Saltos Golondrina

Weiter geht's mit dem Boot

Weiter geht’s mit dem Boot

Unterwegs auf der Lagune

Unterwegs auf der Lagune

Der Salto el Sapo befindet sich in der Nähe des Dorfes Canaima. Kurz vor Canaima gabelt sich das Flussbett des Río Carrao auf, und der Fluss stürzt parallel in mehreren Wasserfällen in den See Laguna de Canaima.

Eine Aushöhlung unter den hinabstürzenden Wassermassen des Salto El Sapo erlaubt es, hinter dem Wasserfall durchzugehen.

Hinter dem Salto el Sapo

Hinter dem Salto el Sapo

Es ist extrem rutschig, sodass ohne Socken nichts geht

Es ist extrem rutschig, sodass ohne Socken nichts geht

Vor dem Salto el Sapo

Vor dem Salto el Sapo

Blick von oben auf den Salto el Sapo

Blick von oben auf den Salto el Sapo

Heuschrecke

Heuschrecke

Benachbarter Salto El Sapito

Benachbarter Salto El Sapito

Hinter dem Wasserfall

Hinter dem Wasserfall

Tafelberge

Tafelberge

Am nächsten Tag machen wir uns auf zum höchsten freifallenden Wasserfall der Welt, den Salto Ángel. Auch er liegt im Nationalpark Canaima.

Schwimmweste muss sein

Schwimmweste muss sein

Ein erster Blick auf den Salto Ángel aus der Ferne

Ein erster Blick auf den Salto Ángel aus der Ferne

Beschwerlicher Weg zum Salto Ángel

Beschwerlicher Weg zum Salto Ángel

Mit 979 Metern ist der Salto Ángel der Wasserfall mit der größten Fallhöhe weltweit. Gespeist wird er durch den Río Churún und oftmals auch durch heftige Gewitter-Regengüsse, die auf dem großen Plateau des Auyan-Tafelberges, der eine Fläche vom 700 Quadratkilometern hat, niedergehen.

Der Urwald erlaubt einen Blick auf den oberen Teil des Salto Ángel

Der Urwald erlaubt einen Blick auf den oberen Teil des Salto Ángel

Auf halbem Weg zerstäubt das Wasser, besonders in der Trockenzeit, zu einer Wolke aus kleinen Wassertröpfchen, die sich am Fuß der Felswand zu einem reißenden Fluss sammeln. Kurz darauf stürzt das Wasser nochmals 200 Meter in die Tiefe.

Beeindruckender Salto Ángel

Beeindruckender Salto Ángel

Am Fuße des Salto Ángel

Am Fuße des Salto Ángel

Trotz des zu betreibenden Aufwands – der Salto Ángel ist nur durch eine mindestens eintägige Bootstour von Canaima aus erreichbar – hat sich dieser Wasserfall zu einem Besuchermagneten entwickelt. Mitten im venezolanischen Urwald gelegen ist man auch heute noch aufs Flugzeug angewiesen. Und obwohl der Fall aufgrund der Trockenzeit weniger imposant ist, hat sich der Ausflug hierher allemal gelohnt!

Mit der Cessna fliegen wir zurück nach Ciudad Bolívar

Mit der Cessna fliegen wir zurück nach Ciudad Bolívar

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