Tartu

Die heutige Strecke von Tallinn nach Tartu ist nicht allzu weit, sodass wir nicht die direkte Route nehmen, sondern erst einmal nach Osten fahren. Die Burgruine in Rakvere erkennt man an ihrer markanten Silhouette schon von weitem, und wir machen einen kurzen Zwischenstopp.

Burgruine Rakvere

Burgruine Rakvere

Unvermittelt geraten wir in eine Baustelle, in der eine Rückwärtsuhr anzeigt, dass die Rotphase der Baustellenampel 8:30 Minuten dauern wird. Es ist mörderisch heiß und kein bisschen Schatten vorhanden!

Lange Wartezeit an der Baustelle

Lange Wartezeit an der Baustelle

An der Mündung des dunkel dahinfließenden Mustvee (Schwarzes Wasser) liegt der gleichnamige Ort am Peipussee, dem fünftgrößten See Europas. Hier machen wir eine Trinkpause; inzwischen hat das Mineralwasser etwa die Temperatur des Tees in der Thermosflasche.

Viel zu warm!

Viel zu warm!

Durch die Mitte des Peipussees verläuft die Grenze zu Russland. Das Wasser ist durchschnittlich nur acht Meter tief; dadurch erreicht es im Sommer rasch Badetemperatur und friert im Winter schnell zu.

Peipussee

Peipussee

Südwestlich liegt Tartu, mit fast 100.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Estlands. Die Stadt am Ufer des Emajõgi beansprucht, das intellektuelle und kulturelle Zentrum des Landes zu sein, auch darum, weil sie die älteste estnische Universität hat.

Universität Tartu

Universität Tartu

Hier in Tartu studiert der angehende Lehrer, an dessen Stadtführung in Tallinn wir teilgenommen haben.

Rathaus von Tartu

Rathaus von Tartu

Der lang gestreckte Rathausplatz bildet das Zentrum der Altstadt zwischen Fluss und Domberg.

„Küssende Studenten“

„Küssende Studenten“

Den Brunnen vor dem Rathaus schmücken ewig „Küssende Studenten“.

Gebäude am Rathausplatz

Gebäude am Rathausplatz

Skulptur „Vater und Sohn“

Skulptur „Vater und Sohn“

Die Skulptur „Vater und Sohn“  wurde 1977 geschaffen, 1987 in Bronze gegossen und sollte ursprünglich in Tallinn aufgestellt werden. Die Stadt Tartu kaufte die Skulptur 2001, und am Kindertag 2004 wurde sie in der Küüni-Straße aufgestellt. Sie stellt wohl den Bildhauer Ülo Õun selbst mit seinem anderthalbjährigen Sohn dar.

Observatorium auf dem Domberg

Observatorium auf dem Domberg

Das 1810 erbaute Observatorium gehörte zu den bedeutendsten des 19. Jahrhunderts, denn der Astronom Friedrich Georg Wilhelm Struve ließ hier eines der besten Fernrohre damaliger Zeiten installieren.

Blick vom Domberg auf das Rathaus

Blick vom Domberg auf das Rathaus

Museum anatomicum

Museum anatomicum

Engelsbrücke

Engelsbrücke

Zwei Brücken finden sich am Domberg: Die neoklassizistische Engelsbrücke von 1838, deren Inschrift „Otium reficit vires“ den Passanten den Rat „Muße stärkt die Kräfte“ gibt sowie ihr Pendent, die Teufelsbrücke von 1913, die wir erst, nachdem wir uns durchgefragt haben, finden.

Hier ist ja die Teufelsbrücke!

Hier ist ja die Teufelsbrücke!

Domkirche

Domkirche

Die Domkirche, an der vom 13. bis 16. Jahrhundert gebaut wurde, gehört zu den bemerkenswerten Sakralbauten der Backsteingotik im Baltikum.

Ruinen der Domkirche

Ruinen der Domkirche

Selbst die monumentalen Ruinen der einst 97 Meter langen dreischiffigen Kathedrale sind äußerst beeindruckend. Der Livländische Krieg und ein Brand im Jahr 1624 zerstörten die Kirche.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts baute man den Chorraum dann zur Universitätsbibliothek um.

Die Inschrift an der Engelsbrücke entdecken wir beim Verlassen des Domberges

Die Inschrift an der Engelsbrücke entdecken wir beim Verlassen des Domberges

Unterhalb liegt der Pulverkeller, der 1767 auf Geheiß Katharinas II. als Munitionslager in den Berg gegraben wurde. Heute wird in dem Gewölbe gute estnische Küche serviert.

Gastronomie im einstigen Pulverkeller

Gastronomie im einstigen Pulverkeller

Johanneskirche

Johanneskirche

Die Johanneskirche ist wohl Estlands bedeutendste Backsteinkirche. Mit dem Bau wurde wahrscheinlich Ende des 13. Jahrhunderts begonnen. Sie brannte 1944 völlig aus und konnte erst 1989 bis 2005 wieder aufgebaut werden.

Portal der Johanneskirche - Stein auf Stein wieder aufgebaut - mit Terrakottafiguren in Vollendung

Portal der Johanneskirche – Stein auf Stein wieder aufgebaut – mit Terrakottafiguren in Vollendung

Skulptur "Oscar Wilde und Eduard Vilde"

Skulptur „Oscar Wilde und Eduard Vilde“

Die doppelte Skulptur vor dem Café Wilde hat Charme. Beide Schriftsteller gehören zur gleichen Generation und hätten sich theoretisch Ende des 19. Jahrhunderts so unterhalten können.

Das Schiefe Haus

Das Schiefe Haus

Blickfang des Rathausplatzes ist das Schiefe Haus, an dem wir abends am Ende unseres Rundgangs angelangen. Das um 1812 errichtete Gebäude neigt sich zur Seite, da der Untergrund sumpfig ist und es – anders als die Nachbarhäuser – nicht ausreichend durch Holzpfähle gestützt wurde.

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