Auf der Garden Route nach Port Elizabeth

Für sechs Tage haben wir noch einen Mietwagen ergattert und machen uns auf den Weg Richtung Port Elizabeth.

Ein Abstecher nach Hermanus muss sein. Hier verdient ein „Walschreier“ sein Geld: So wird der Mann genannt, der von Juli bis Dezember mit einem Horn jede Walsichtung verkündet.  Denn dann machen die südlichen Glattwale die Walker Bay vor Hermanus zu ihrer Kinderstube.

Walker Bay bei Hermanus

Walker Bay bei Hermanus

Die Bucht ist wunderschön, jedoch mangelt es an Walsichtungen … 😉

Sandstone Manor in Mossel Bay

Sandstone Manor in Mossel Bay

Unser erster Übernachtungsstopp ist in Mossel Bay, 400 Kilometer östlich von Kapstadt. Booking com hat uns zum Sandstone Manor geführt, einer urgemütlich eingerichteten kleinen Pension. Der Besitzer heißt Johann und organisiert uns einen Shuttleservice für die Rückkehr vom Restaurant am Wasser, die im Dunkeln stattfinden wird, denn auch in dieser Kleinstadt ist es dann nicht mehr sicher, zu Fuß zurückzugehen. Wir bedauern, dass es für den Weinkauf schon zu spät ist, und prompt reicht uns Johann eine gut gekühlte Flasche Cabernet Blanc, die er geschenkt bekommen habe, aber nicht brauchen könne, da er keinen Alkohol trinke! Nach einem urigen Abendessen barfuß am Strand und dem in Anspruch genommenen Shuttleservice sitzen wir später am Abend auf dem Balkon und genießen Johanns Cabernet mit Blick auf die Bucht – wunderbar!

In Mossel Bay beginnt die Garden Route; sie ist ein schmaler Küstenstreifen zwischen Mossel Bay und Storms River Mouth und gilt als das Paradies von Südafrika. Mehrere Flüsse, deren Ursprung in den nördlich gelegenen Bergen liegt, durchschneiden diesen grün bewaldeten  und rund 200 Kilometer langen Landstrich.

Auf Tuchfühlung mit einem Giganten

Auf Tuchfühlung mit einem Giganten

Den Knysna Elephant Park gibt es seit 1994; hier kümmert man sich um verwaiste Elefantenkälber, aber auch um ehemalige Zirkustiere und solche von anderen Parks. Diese Elefanten sind an den Menschen gewöhnt, leben aber annähernd artgerecht auf einem recht  weitläufigen, schönen Gelände. Aktuell umfasst die hier lebende Herde zehn erwachsene Tiere.

Zebras im Knysna Elephant Park

Zebras im Knysna Elephant Park

Unweit entfernt in Plettenberg Bay gibt es ein Primatenschutzgebiet, das wir besuchen. „Monkeyland“ ist ein etwa zwölf Hektar großer Wald, in dem 14 verschiedene Affen-, Lemuren- und Primatenarten aus aller Welt leben; Tiere, die vorher in Gefangenschaft gehalten wurden und nun wieder an ein Leben in Freiheit gewöhnt werden. Die „Fußsafari“ durch den Wald machen wir mit einem Ranger, der mit einem kurzen Rohrstock ausgestattet einen wunderbaren Job hat: Er beobachtet und informiert fachkundig über die Tiere. Den Stock führt er mit sich, um gegebenenfalls allzu zutrauliche Tiere von uns fernzuhalten. Das ist aber nicht notwendig, denn sie verhalten sich bereits wieder hinreichend verwildert.

Lemuren, ein Jungtier wird getragen

Lemuren, ein Jungtier wird getragen

Eichhörnchen-Affe

Eichhörnchen-Affe

Eichhörnchen-Äffchen an einem Futterplatz

Eichhörnchen-Äffchen an einem Futterplatz

Der Ranger berichtet, dass Äpfel an den Futterplätzen bis zum Schluss liegen bleiben, da die Affen saftige Früchte, die sie aussaugen können, bevorzugen.

Schwarzweißer Varis mit typischer hundeartiger Schnauze und weißer Halskrause

Schwarzweißer Varis mit typischer hundeartiger Schnauze und weißer Halskrause

Kapuzineraffe

Kapuzineraffe

Hier ist Action

Hier ist Action

Es ist herrlich, wie viel Toberei es hoch oben über unseren Köpfen in den Bäumen dieses Schutzgebietes gibt.

Gibbon

Gibbon

Es gibt nur zwei Gibbons in diesem Schutzgebiet, und das männliche Tier ist kastriert. Der Ranger erzählt, dass man weltweit mit Zoos vernetzt ist, um die Arten zu erhalten, und wegen eines männlichen Gibbons steht man mit dem Zoo Hannover in Kontakt – die Welt ist klein!

Auf der Garden Route fahren wir weiter In den Tsitsikamma Park.
Wer einen Adrenalinstoß braucht, meldet sich im Registrierungsbüro für den tiefsten kommerziellen Bungeejump der Welt. Der Sprung geht von der 216 Meter hohen Bloukrans River Bridge, die wir mit dem Auto überqueren, ohne etwas von den Sprüngen mitzubekommen. Von einem Aussichtspunkt beobachten wir die atemberaubenden Sprünge in die Tiefe.

Bloukrans River Bridge, in der Mitte der Absprung für den Bungeejump

Bloukrans River Bridge, in der Mitte der Absprung für den Bungeejump

Ein paar Kilometer östlich auf der mautpflichtigen Tsitsikamma Park Straße gelangen wir zum Storms River.

Auf dem Weg zur Flussmündung

Auf dem Weg zur Flussmündung

Nach einer halbstündigen Wanderung kommen wir zur Suspension Bridge, einer 192 Meter langen Hängebrücke über der Mündung des Storms River.  Die spektakuläre Brücke wurde 1956 als erste ihrer Art erbaut und führt in 139 Metern Höhe über die schmale Schlucht des Flusses.

Auf der schwankenden Hängebrücke

Auf der schwankenden Hängebrücke

Die Storms River Schlucht

Die Storms River Schlucht

Verkohlte Baumstämme

Verkohlte Baumstämme

Immer wieder einmal sehen wir unterwegs verbrannte Flächen, die  inzwischen gut erholt wirken.

Wir haben keine Lust auf Großstadt, und so verlassen wir die N2 Richtung Norden kurz vor Port Elizabeth.

 

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