Südliches Patagonien – von El Chaltén nach Cochrane

In der Ferne ist zwischen den Bergen eine Gletscherzunge zu erkennen

In der Ferne ist zwischen den Bergen eine Gletscherzunge zu erkennen

Der Fitz Roy ist ein 3406 Meter hoher Granitberg im Nationalpark Los Glaciares in den argentinisch-chilenischen Anden. Die Tehuelche-Indianer, Ureinwohner des Landes, nennen ihn Chaltén, „der Rauchende“, weil an seiner Spitze oft sichtbare Wolken hängen.
Heute heißt das nächstgelegene Dorf  El Chaltén.

Trinkbares Gletscherwasser

Trinkbares Gletscherwasser

Take care of the water, don't wash in the river

Take care of the water, don’t wash in the river

Jegliches Waschen im Fluss ist unzulässig, denn das Flusswasser ist auch hier, wie so oft in den Bergen Patagoniens, Trinkwasser.

Trail is very steep. Good physical condition required.

Trail is very steep. Good physical condition required.

Der einstündige Aufstieg ist hart, aber lohnend.

Steiniger, beschwerlicher Aufstieg

Steiniger, beschwerlicher Aufstieg

Blick Richtung El Chaltén

Blick Richtung El Chaltén

Der Aufstieg zum Aussichtspunkt Laguna de los Tres, des Gletschersees direkt unter dem Fitz Roy Massiv, dauert acht Stunden und ich überwinde ca. 2000 Höhenmeter im Auf- und Abstieg.

An der Laguna de los Tres

An der Laguna de los Tres

Endlich erreiche ich die Laguna de los Tres, im Hintergrund der Fitz Roy, wie so oft wolkenverhangen.

20 Minuten später zeigt sich der Fitz Roy für wenige Minuten in seiner ganzen Pracht

20 Minuten später zeigt sich der Fitz Roy für wenige Minuten in seiner ganzen Pracht

Das Loch in der Ozonschicht über der Antarktis hat erneut den Süden Argentiniens und Chiles erreicht. Die Ozonschicht hat sich im Vergleich zu normalen Werten um über 50% verringert, und die sonnenbrandwirksame solare Bestrahlungsstärke ist sehr hoch. Ein Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor ist somit auch für mich unabdingbar.

Gletscher am Fitz Roy

Gletscher am Fitz Roy

Seine Form und die extremen, unberechenbaren Wetterverhältnisse machen den Fitz Roy zu einem äußerst schwer zu besteigenden Berg, und die meisten Versuche bleiben erfolglos.

Laguna de los Tres vorm Fitz Roy

Laguna de los Tres vorm Fitz Roy

Ruta 41 von El Chaltén zum Lago del Desierto

Ruta 41 von El Chaltén zum Lago del Desierto

Hütte für mein Zelt

Hütte für mein Zelt

Diese windschiefe Schutzhütte mache ich mir für die kommende Nacht zunutze, um Nieselregen und nächtlichem Schneefall zu entkommen.

Schutzhütte bietet Raum für Zelt, Fahrrad und zum Kochen

Schutzhütte bietet Raum für Zelt, Fahrrad und zum Kochen

Leider trocknet meine Wäsche nicht, und auch das Zelt packe ich wegen des Taus nass ein.

Überfahrt auf dem Lago del Desierto

Überfahrt auf dem Lago del Desierto

Drei weitere Radfahrer sind an Bord

Drei weitere Radfahrer sind an Bord

Auf dem schmalen, langgezogenen Lago del Desierto

Auf dem schmalen, langgezogenen Lago del Desierto

Auf der anderen Seite des Sees treffe ich auf den argentinischen Zöllner, der mir den Einstieg in den Weg Richtung Chile zeigt. Fahren ist auf den nächsten Kilometern unmöglich. Glücklicherweise treffe ich auf David, einen Engländer, der unterwegs nach Buenos Aires ist.

David mit seinem Fahrrad

David mit seinem Fahrrad

Wir schieben unsere Räder den oft steilen Wanderweg hinauf. Zwischendurch hänge ich meine vorderen Gepäcktaschen höher, um überhaupt weiterzukommen. Manche Passage überwinden wir mehrfach, indem wir zu zweit ein Fahrrad voran bewegen. One bike, two men wird zu unserem geflügelten Wort!

Der tief eingegrabene Pfad lässt uns kreativ werden

Der tief eingegrabene Pfad lässt uns kreativ werden

Vor einer Bachüberquerung

Vor einer Bachüberquerung

An den Bächen, die wir über Baumstämme queren, ist das Gepäck abzurödeln und separat hinüberzutragen.

Die hintere Nabe sowie die Kette sind im Wasser

Die hintere Nabe sowie die Kette sind im Wasser

Nächster Bach

Nächster Bach

Stinkender Morast auf unseren Schuhen sorgt für zunehmend schlechte Laune

Stinkender Morast auf unseren Schuhen sorgt für zunehmend schlechte Laune

Für die sechs Kilometer brauchen wir geschlagene sechs Stunden!

Geschafft! Bienvenidos a Chile

Geschafft! Bienvenidos a Chile

Weg zum Lago O'Higgins

Weg zum Lago O’Higgins

Auf breitem Schotterweg fahren wir bergab nach Candelario Mancilla.

Bootsanleger in Candelario Mancilla

Bootsanleger in Candelario Mancilla

Das Boot nach Villa O’Higgins legt nur Samstags ab, sodass wir einen Tag warten müssen. Witterungsbedingt – Sturm kommt auf – verschiebt sich die Überfahrt auf Sonntag – ein weiterer Tag des Wartens folgt.

Guy ist Franzose und mit Rucksack unterwegs

Guy ist Franzose und mit Rucksack unterwegs

In Candelario Mancilla lerne ich Guy kennen. Er reist mit drei anderen Franzosen mit Rucksack per Flieger und Bus durch Südamerika.

Guy hat einen Bus von Villa O’Higgins nach Cochrane gechartert und sucht noch Mitreisende, um den Gesamtpreis zu reduzieren. Da mein Fahrrad mitgenommen werden kann, nehme ich das Angebot gern an.

Endlich auf dem Boot nach Villa O'Higgins

Endlich auf dem Boot nach Villa O’Higgins

Auf dem Lago O'Higgins

Auf dem Lago O’Higgins

Anlegen bei Regen

Anlegen bei Regen

Im Regen geht es per Rad ins acht Kilometer entfernte Villa O’Higgins, einem kleinen Dorf im Süden der Región de Aisén. Der Ort hat rund 400 Einwohner. Mit der Carretera Austral, die für mich hier beginnt, kam ein gewisser Aufschwung in dieses entlegene Gebiet, in dem neben Tourismus Schafzucht und Fischerei eine Rolle spielen.

Die Carretera Austral  ist eine 1350 Kilometer lange Straße in Chile, die von Puerto Montt nach Villa O’Higgins führt. Der Bau der Straße ist noch nicht vollendet und offenbar ist unklar, ob sie je fertig gestellt wird.

Am nächsten Tag bringt uns der Bus über die Carretera Austral nach Cochrane.

Parade in Cochrane

Parade in Cochrane

Cochrane hat rund 3000 Einwohner und  liegt am Río Cochrane. Die Stadt ist nicht besonders aufregend. Die Fernstraße Carretera Austral führt durch Cochrane.

Folkloretänze werden gezeigt

Folkloretänze werden gezeigt

In Cochrane treffe ich die Neuseeländerinnen Emma und Debbie zum 3. Mal

In Cochrane treffe ich die Neuseeländerinnen Emma und Debbie zum 3. Mal

3 Gedanken zu „Südliches Patagonien – von El Chaltén nach Cochrane

  1. Adolf Timmermann

    Hallo, Frank, danke für deinen Patagonien-Bericht. Abenteuer ohne Ende. Schade, dass das Wetter nicht immer so mitspielt. Aber das erschüttert dich nicht. Hoffentlich wirft keiner schmutzige Sachen in das saubere Gletscher-Trinkwasser. Bei uns hier wäre ich nicht unbesorgt. Beeindruckend auch der über dreitausend Meter hohe Berg. Aber der Wilseder Berg ist auch ganz schön hoch. 169 Meter. Ist doch auch was, oder? Das Wetter hier ist fast wie im Sommer. Eben kam durchs Radio, dass zurzeit keine Staus in Deutschland bestehen. Trotz der vielen Baustellen. Sicherlich sind viele enttäuscht, ein Stauerlebnis hat doch auch seinen Reiz. Na, ja. Nicht zu ändern.
    Wir wünschen dir weiter eine frohe und ereignisreiche Fahrt.
    Viele Grüße von den Wietzenbronxern Adolf, Leni, Kathrin und Felix

    Antworten
  2. Chris

    Aloha Frank,

    was Du nicht alles so erlebst. Hab diese Woche mit Klaus telefoniert und kurz über Dich gesprochen.

    Viele Grüße aus München
    Chris

    Antworten

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