Islands Westfjorde (3) – Von Ísafjörður nach Drangsnes

Von Ísafjörður nach Drangsnes

Von Ísafjörður nach Drangsnes

Der Fahrtag von Ísafjörður nach Drangsnes ist leider verregnet; er verläuft jedoch nahezu komplett auf Asphalt. Es gibt wenig Gründe und Möglichkeiten anzuhalten.
Was das Fahren angeht, das rollt entspannt durch; was die Pausen angeht – ein typisch isländischer Thermoskannen-Tag.
Die Straße 61 Richtung Osten umrundet vier der fünf Fjordarme komplett. Gefühlte Wahrheit ist, man fährt und fährt und kommt doch nicht voran.

Islands Westfjorde: Die Straße 61 "mäandert" um die Fjorde

Islands Westfjorde: Die Straße 61 „mäandert“ um die Fjorde

Wir halten Ausschau nach Robben, die oft an einem der Fjordarme auf kleinen Holmen und Schären in Ufernähe liegen. Das führt dann schon mal zu spontanen Vollbremsungen und Knödelparken auf der Straße, aber auf dieser einsamen Strecke ist alles ruhig.

Und tatsächlich entdecken wir Robben

Und tatsächlich entdecken wir Robben

In Regenmontur erreichen wir Drangsnes am Steingrímsfjörður, und nun hört es zu regnen auf. Drangsnes ist ein kleiner Fischerort mit 72 Einwohnern und drei Hot Pots. Beim Einchecken in unserer Unterkunft treffen wir zufällig auf den Farmer, dem das Fischerboot gehört, und der im Begriff ist, zwei Leute aus Chicago zur Insel Grímsey überzusetzen. Dahin wollen wir auch unbedingt! Nun heißt es umziehen in Windeseile, Kamera und Mütze gegriffen und los! Auf der 20-minütigen Überfahrt erfahren wir, dass die Insel Grímsey entstand, als drei Trolle vergeblich versuchten, die Westfjorde vom Rest Islands abzugraben – natürlich darf auch hier eine Sage nicht fehlen.
Grímsey ist unbewohnt. Bis 1936 züchtete man hier Polarfüchse, jagte sie und verkaufte ihre Felle. Heute wird die Insel als Sommerweide für Schafe genutzt.
Man schätzt, dass allein achtzig- bis neunzigtausend Papageientaucher/Puffins sowie zahlreiche andere Vogelarten auf der kleinen Insel leben.
Das Wetter ist gut, sodass wir die Insel zuerst umfahren können.

Felsen mit Mövennestern

Felsen mit Mövennestern

Nester der Krähenscharben

Nester der Krähenscharben

Die Krähenscharbe gehört zu den Kormoranen; sie erreicht eine Körperlänge von 75 Zentimetern und eine Flügelspannweite von mehr als 120 Zentimetern.

Unten am Felsen: Möve mit Küken

Unten am Felsen: Möve mit Küken

Suchbild mit Lummen, Möven und Puffins

Suchbild mit Lummen, Möven und Puffins

Grímseys einzige Anlegemöglichkeit

Grímseys einzige Anlegemöglichkeit

Über eine schmale Gangway, die in eine Felsspalte geklemmt wird, verlassen wir das Fischerboot.

Die Farmersfrau zeigt uns den Schädel eines Papageientauchers

Die Farmersfrau zeigt uns den Schädel eines Puffins

Zu fünft marschieren wir los.

Die ortskundige Frau des Farmers erzählt interessant

Die ortskundige Frau des Farmers erzählt interessant

Ob wir die Puffins wohl zu Gesicht bekommen?

Da entdecken wir sie an der Abbruchkante

Da entdecken wir sie an der Abbruchkante

Es wimmelt nur so vor lauter entzückenden Puffins

Es wimmelt nur so vor lauter entzückenden Puffins

Puffin im "Abflug"

Puffin im „Abflug“

Die Puffins belegen die obersten Stockwerke der Klippen aus gutem Grund; sie sind keine Flugkünstler, und so stürzen sie sich zum Fischen aus möglichst großer Höhe hinunter aufs Wasser.

Auch der Start auf dem Wasser wirkt ein wenig tollpatschig

Auch der Start auf dem Wasser wirkt ein wenig tollpatschig

Erfolgreich gefischt!

Erfolgreich gefischt!

Puffins erreichen eine Körperlänge von gut 30 Zentimetern und eine Flügelspannweite von etwa 50 Zentimetern. Mit einem Gewicht von ca. 350 Gramm sind sie mit unseren Tauben vergleichbar.

Warten auf den Futterruf der Jungen

Warten auf den Futterruf der Jungen

Puffins tragen die gefangenen Fische quer im Schnabel; sie drücken sie mit der Zunge gegen den Oberschnabel, bis die ganze Schnabellänge voller Fisch ist.
Bis siebzig Meter tief können sie tauchen, müssen sie aber meist nicht, da sie in den hiesigen fischreichen Gewässern ihre Nahrung in geringeren Tiefen finden.

Gut erkennbare Höhleneingänge

Gut erkennbare Höhleneingänge

Das Angebot der Farmersfrau, den Leuchtturm noch aufzusuchen, lehnen wir zugunsten einer längeren Vogelbeobachtung dankend ab. Hier hätte jeder Ornithologe seine wahre Freude – und wir auch!

Küken einer Möwe, auf Futter wartend

Küken einer Möwe, auf Futter wartend

Schließlich aber müssen wir uns losreißen, um über die andere Inselseite zum Boot zurückzukehren.

Umschauen geht nur, wenn man stehenbleibt

Umschauen geht nur, wenn man stehenbleibt

Die Grasflächen sind extrem uneben und vielfach mit Bruthöhlen durchsetzt, sodass wir jeden Schritt bewusst setzen müssen, um nicht mit dem Fuß umzuknicken.

Eine Robbe flüchtet sich vor uns ins Wasser

Eine Robbe flüchtet sich vor uns ins Wasser

... und in der Steilwand werden Möwen gefüttert

… und in der Steilwand werden Möwen gefüttert

Die Enten lassen sich nicht stören

Die Enten lassen sich nicht stören

Über Felsen geht es zurück aufs Boot

Über Felsen geht es zurück aufs Boot

Als wir durch den Fjord zurückschippern, sehen wir plötzlich den Blas eines Wals. Noch eine Nebelfontäne, und noch eine, eine weitere in größerer Entfernung, aber gut erkennbar.

Blas des Wals

Blas des Wals

Dann zeigt uns ein weiterer Wal den Rücken, ein Zeichen, dass er wieder abtaucht.

Einer der Wale vorm Abtauchen

Einer der Wale vorm Abtauchen

Ein weiterer Wal

Ein weiterer Wal

Unser Bootsführer dreht ab, Drangsnes Hafen kann warten. Hier tummeln sich einige Wale in unserer unmittelbaren Umgebung. Wir nähern uns den Abtauchstellen und bekommen die Meeressäuger tatsächlich zu Gesicht.

Der Wal schwimmt auf uns zu ...

Der Wal schwimmt auf uns zu …

... und präsentiert uns seine Schwanzflosse

… und präsentiert uns seine Schwanzflosse

Die Wale spielen mit unserem Boot und tauchen unterdurch. Was für ein grandioses Schauspiel!

Dieser Wal ist so nah, dass wir sein Blasloch erkennen

Dieser Wal ist so nah, dass wir sein Blasloch erkennen

Verspielt dreht sich der Wal neben unserem Boot

Verspielt dreht sich der Wal neben unserem Boot

Nach einer Weile müssen wir uns leider von diesem Anblick losreißen

Nach einer Weile müssen wir uns leider von diesem Anblick losreißen

In den großen Fjorden der West- und Nordküste hat man zwölf verschiedene Walarten gesichtet, unter ihnen die wegen ihrer Größe beeindruckenden Buckelwale, Pottwale und Finnwale. Blauwale sind eher selten in Küstennähe zu sehen.

Island erlaubt seit 2006 wieder kommerziellen Walfang in bestimmten Grenzen. In der Folgezeit verzeichneten Walbeobachtungsunternehmen einen Buchungseinbruch von 90 Prozent, was einen wichtigen Wirtschaftsfaktor ernsthaft gefährdet. Nur so scheint es möglich zu sein, ein Verbot des Walfangs zu erreichen.
Wir hatten nicht vor, an einer Whale Watching Tour teilzunehmen. Dieses Erlebnis mit den Walen im Fjord vor der Haustür ist einmalig schön! Mit vielen fantastischen Eindrücken von diesem wunderbaren Nachmittag verlassen wir das Boot.

Unsere Unterkunft in Drangsnes ermöglicht den Blick auf den Fjord

Unsere Unterkunft in Drangsnes ermöglicht den Blick auf den Fjord

Immer wieder sehen wir im Fjord den Blas der Wale.
Was für ein bereichernder Tag!

4 Gedanken zu „Islands Westfjorde (3) – Von Ísafjörður nach Drangsnes

  1. Nicole

    Hallo Frank,
    ich habe gar nicht mitbekommen, dass du wieder on Tour bist. Finde ich aber super und spannend. Von David viele Grüße, er wird ganz neidisch, wenn er die Bilder von deiner Reise sieht …und von deinem „Moto“. 😉
    Wir wünschen dir viel Spaß, viele schöne Eindrücke und komm heile wieder!
    Liebe Grüße Nicole, David und Paula

    Antworten
  2. K.H.Mädge

    Hallo Frank,
    wieder mal hoch interessant und ausführlich beschrieben.
    Sehr schön. Ich wünsche weiterhin eine Gute Fahrt und eine schöne Reise.
    Viele Grüße
    Kuddel

    Antworten
  3. Uwe Krause

    Hallo Frank,
    mit großem Interesse lesen wir den neuen Blog. Viele Erinnerungen an unsere Reise werden wach. Ist schon ein tolles Land mit beeindruckenden Landschaften. Wir wünschen Dir weiterhin eine gute Fahrt, viel Sonnenschein und interessante Erlebnisse.
    Herzliche Grüße
    Sabine und Uwe

    Antworten
  4. Klaus Lindemeier

    Hallo Frank, schön das du/ihr wieder auf große Tour bist, Ich verfolge das mit großem Interresse.
    So erfahre ich etwas von Ländern und Gegenden, die ich nie sehen werde.
    Es sieht jedenfalls nicht nach Sommerurlaub aus. Aber bei uns, ist uns auch der Sommer abhanden
    gekommen. In den letzten Tagen hat es hier dauer-geregnet. Liebe Grüße und weiter gute Fahrt
    ohne Unfälle und viele schöne Erlebnisse.
    Klaus

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